Was ist eigentlich ein Sommelier?

Das Problem mit dem Begriff “Sommelier” ist, dass er nicht geschützt ist, daher schmücken sich viele damit. Einige sicher mit Berechtigung, weil sie tatsächlich Profis sind. Ein paar jedoch haben sich kurzerhand selbst ernannt – das sind leider dann oft die ganz lauten, die besonders schlau daher kommen und jedem ihr (Halb-)Wissen aufdrängen. Dieses Problem ist in der Weinwelt nur zu gut bekannt.

Inzwischen hat sich durchgesetzt, dass der Begriff Sommelier für “Weinexperte” steht, ursprünglich kommt er aus der Gastronomie, wo er der Weinkellner und Spezialist auf seinem Gebiet ist. (Dazu gibt es heute noch Bier-, Kaffee- oder Wasser-Sommeliers, um nur einige zu nennen. Jeder für sich ein Experte auf seinem Gebiet.) Einen Sommelier findet man also nicht mehr nur im Restaurant, sondern auch in Weinhandlungen, auf Weingütern, in Eventbüros oder auch als Journalisten, Berater ec.

Also: Ein Sommelier kennt sich gut mit Wein aus und hat das gelernt, ok. Aber optimalerweise kann er auch sagen, warum der Wein so schmeckt wie er schmeckt und was der Winzer wohl mit ihm gemacht hat. Und hier kommt ein ganz wichtiger Punkt: Wenn der Sommelier eine fundierte Ausbildung gemacht hat, kann er nämlich erklären, was im Weinberg und Keller gemacht wurde um diese Art von Wein zu erzeugen – für mich eine der spannendsten Punkte überhaupt!

Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Denn was für mich total langweilig ist, ist irgendein abgehobenes Blabla über Mineralität, Finesse, Säurestruktur, Adstringenz, Abgang, und so weiter. Das typische Sommelier-Tamtam, das viele “Normalos” davor abschreckt, sich über Wein zu äußern und das uns Sommeliers auch einen teilweise schlechten Ruf eingebracht hat. Dagegen wehre ich mich vehement, denn ich möchte zeigen, dass es sehr viele Sommeliers gibt, die ganz “normal” über Wein reden können – so, dass es jeder versteht und jedem Spaß macht.

Deshalb sehe ich mich als Sommelière in der Funktion einer Dolmetscherin zwischen der Weinwelt und den Wein-Interessierten. Dabei will ich niemals belehrend, sondern erklärend, informierend – und manchmal auch einfach nur unterhaltend sein.

Sollte ich jemals ins “Sommelier-Blabla” verfallen – bitte unterbrecht mich! 😉

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