Weinland Südafrika – wo es gerade wieder Frühling wird

Drei Wochen sind viel zu kurz um zu behaupten, Südafrika zu kennen. Aber immerhin habe ich etwas von diesem wunderschönen Land gesehen und vieles an Weinen probieren können. Ich wurde danach oft gefragt, wie denn die südafrikanischen Weine schmecken – und ob sie überhaupt anders schmecken als unsere deutschen Weine?

Die Weinregion von Südafrika konzentriert sich grob gesagt rund um Kapstadt und vor allem in der Region rund um Stellenbosch. Der Weinbau dort schaut auf eine kurze aber interessante Geschichte von ca. 350 Jahren zurück, als die ersten holländischen Siedler Weinreben am Fuße des Tafelbergs pflanzten. Sie brauchten den Wein als Proviant für die Seefahrt. Den charakteristischen kapholländischen Stil der Häuser sieht man heute noch überall.

Heute ist die Anbaufläche mit ca. 100.000 Hektar in etwa so große wie die von Deutschland. Und was viele verwundert, wenn sie an Südafrika denken ist, dass sogar etwas mehr Weißwein als Rotwein angebaut wird. Die Weinregion selbst ist mediterran geprägt. Es weht ständig ein angenehm kühler Wind und auch nachts wird es kühl. Wirklich heiß ist es eher selten. Perfekte Bedingungen für Weine mit eleganter Säure (die in heißen Gebieten in den Trauben schnell abgebaut ist) und aromatischer Frucht. In heißen Regionen werden die Weine schnell „fett“ und alkoholreich.

Der kühlende Einfluss kommt durch den Benguela-Meeresstrom, der von der Antarktis hoch strömt und die gesamte Region kühlt. Wer dort hinfliegt, sollte sich übrigens nicht auf einen Badeurlaub einstellen, das Meer ist zwar wunderschön türkisblau und man findet kilometerlange Strände – aber sie sind meist menschenleer und im Wasser sieht man außer Surfern in Neoprenanzügen kaum jemanden.

Die Hauptrebsorten sind in Südafrika bei den Weißweinen Sauvignon Blanc, Chenin Blanc und Chardonnay. Bei den Rotweinen ganz klassisch und vor allem autochton, also von dort kommend, der Pinotage (Pinot noir x Cinsault) und Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Shiraz und Pinto Noir.

Das besondere an der Landschaft ist vor allem die rote Erde auf dem die Reben wachsen! Viele behaupten, es sei der älteste Boden der Welt…

Ganz besonders beeindruckend waren die Weingüter – denn jedes für sich war ein Gesamterlebnis – für Weinliebhaber wie für Architekturbegeisterte! Fast alle sind für (Wein-)Touristen geöffnet und leicht zu finden. Man wird herzlich empfangen und immer freundlich bedient. Die meisten haben dazu eigene Restaurants oder bieten Picknick im Garten an.

Die Weine sind oft von herausragender Qualität, übrigens genauso wie das Essen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist phänomenal – für Gourmets ein Paradies!

Da ich mir vorgenommen habe, mich so kurz wie möglich zu halten, verweise ich an dieser Stelle nur noch kurz auf meine Rubrik open eyes, in der ihr noch ein paar weitere Eindrücke von Südafrika anschauen könnt. 

Und ja: Die Weine schmecken anders als in Deutschland! 😉

 

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